Der Naturpark Sierra María-Los Vélez ist der nördlichste der Provinz und wurde 1987 gegründet. Auf 22.500 Hektar breitet er sich in beeindruckender Schönheit aus, wobei sich ein rauhes Gelände mit schattigen Wäldern und den im Wintern verschneiten Berggipfeln verbinden und so einen Kontrast zur Trockenheit bilden, die sonst die Landschaft Almerías bestimmt.
Die pflanzliche Biodiversität umfasst im Naturpark 1.200 Arten, wobei eine der wichtigsten Erscheinungsformen die Steineichenhaine sind, die man auf über 1.000 Metern findet. Aber die grösste Oberfläche an Vegetation wird von den Kiefernwäldern eingenommen, von denen man zwei Arten vorfindet: die Aleppo- und die Schwarzkiefer.
Die Fauna des Naturraumes erlangt besonderes Interesse aufgrund der einheimischen Arten. Greifvögel durchziehen die Lüfte und es ist nicht schwer, einen Steinadler, Schlangenadler, Zwergadler, Mäusebussard, Sperber oder Wanderfalken zu sehen. Der Gänsegeier ist jüngst wieder ausgewildert worden.
Die Säugetiere sind reichlich in den Wäldern vertreten, beispielsweise Wildkatze, Ginsterkatze, Fuchs oder Iltis, die sich ihren Lebensraum mit Eichhörnchen und Reptilien teilen.
María ist eine Gemeinde von grossem landschaftlichem Interesse, in der zahlreiche Ausflüge durch den Naturpark unternommen werden können. Die Landschaften mit den weiten Getreidefeldern am Fusse des Höhenzuges verändern, wie auch die Mandelbäume, ihre Farbe je nach Jahreszeit. Dieses Schauspiel kann man geniessen, indem man zum Aussichtspunkt ?Mirador del Cerrico? aufsteigt, nachdem man auf den Freizeitgeländen La Piza oder Los Alamicos Rast gemacht hat.
Man legt auf der Kreisstrasse Richtung Orce einen Kilometer zurück und biegt links auf eine schmale Strasse ein, die zu der aus dem 16. Jhd. stammenden Kapelle Virgen de la Cabeza führt, einem wichtigen Pilgerort, an der die traditionelle Wallfahrt gleichen Namens beginnt. Nahe der Kapelle kann man einen Wald von Aleppo-Kiefern, die Hochebene und die Kalkfelsen und Klippen betrachten.
Nachdem man das Auto an der Kapelle abgestellt hat, kann man zu Fuss zum botanischen Garten gehen, der an der Nordseite des Höhenzuges liegt, welche durch grosse Waldstücke, alte Kiefern- und Reste von Steineichenhainen, sowie auf den Bergkämmen von zahlreichen endemischen Pflanzenarten gekennzeichnet ist. In dieser Gegend von grosser Pflanzenvielfalt befindet sich der botanische Garten des Naturparks Sierra María-Los Vélez.
Der Nordhang ist die für den Besuch am besten ausgestattete Gegend, da es hier Freizeitgelände, ausgeschilderte Wanderwege und Aussichtspunkte zur Beobachtung der Natur gibt. Ebenso empfiehlt sich die Besichtigung der arabischen Zisternen und der Schneebrunnen, in denen man den im Winter gefallene Schnee aufbewahrte, bevor er im Sommer an der Küste zur Kühlung des Fisches verkauft wurde.
Wieder zurück auf der Strasse nach Orce befindet sich rechter Hand das Naturparkinformationszentrum ?Mirador de la Umbría?, wo umfassend Auskunft über die Ökosysteme und Lebensformen der Region gegeben wird.
Etwas weiter fahren wir von der Strasse C-321 dann links auf einen Forstweg in Richtung Dehesa de Alfaguara, wo man ausruhen und Wasser trinken kann, bevor der Weg bis zum Aussichtspunkt Mirador Vereda Alta fortgesetzt wird.
Die Allmende La Alfaguara ist das bedeutendste Waldgebiet des Naturparks Sierra María-Los Vélez. Als Fuss des Nordhanges ist es ein besonders gepflegter und geschützter Landstrich der Markgrafschaft Los Vélez. Sie ist eine an Flora und Fauna reiche Gegend, beherrscht vom alten Kiefernforst und Kermeseichen. Es ist eine an Quellen reiche Gemarkung, deren Name Alfaguara im Arabischen Quelle oder Brunnen bedeutet. Aber nicht nur die Mauren waren von dieser Landschaft gefangen, sondern es gibt auch Siedlungen aus römischer Zeit.
Dieser Bereich des Naturparks wurde schon durch von Philipp II. auf Antrag des Markgraf von Los Vélez 1591 erlassenen Verordnungen geschützt, um so die Bergwälder vor der unmässigen Abholzung für die Kalk- und Glasöfen, die Holzkohlenmeiler, sowie die durch Verbiss der Viehherden und unkontrolliertes Fällen von Bäumen entstehenden Schäden zu bewahren.
Momentan ist es ein wichtiger Bereich für den Binnentourismus, da sich hier das Freizeitgelände Los Alamicos befindet. Hier befinden sich auch die Baumschulen des Naturparks mit einer grossen Vielfalt der örtlichen Flora.
Wenn man über etwas mehr Zeit verfügt und Lust hat, atemberaubende Landschaften zu betrachten, folgt man der Strasse zwischen María und Orce und fährt bei dem Gehöft Casablanca links ab und gelangt später nach Chirivel, einem ebenfalls im Naturpark gelegenen Ort, der nicht so bekannte Teile umfasst, so die Gemarkung, in der der tausendjährige Weihrauch-Wacholder ?La Sabina? auf rund 1.600 Metern Höhe steht, von wo aus man eine wunderbare Landschaft geniessen kann.
Der so genannte Corredor de Chirivel ist ebenfalls einen Besuch wert. Es ist ein breites, von steil aufragenden Felsen begrenztes Tal, in dem sich die Schlucht Alamí und das Freizeitgelände El Mojonar befinden.